Laufen die natürlichste Sache der Welt!
„Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft“
Dieses Zitat des tschechischen Olympiasiegers Zatopek sagt im Grund alles aus. Um dies für Sie jedoch verständlich darzulegen, möchte ich die folgenden Zeilen nutzen, Ihnen die natürlichste Bewegung des Menschen vorzustellen.
Der einzelne Mensch läuft seit seinem ersten Lebensjahr. Die Vorfahren dazugerechnet, laufen sogar seit Millionen von Jahren. Seit der Mensch sich von den Bäumen herabgelassen hat, ist Laufen die natürlichste Bewegung der Welt. Unsere Vorfahren waren bis zu 40 Km am Tag zu Fuß unterwegs. Und Kinder sind auch heute noch den ganzen Tag auf den Beinen – wenn man sie lässt.
Höhlenmalereien zeigen, dass Laufen seit der Altsteinzeit zum Alltag des Menschen gehört. Aus lebenserhaltender Notwendigkeit heraus, war der Mensch in den Jahrmillionen seiner Entwicklung beim Jagen, Sammeln, auf der Flucht oder zum Übermitteln von Informationen auf seinen Beinen unterwegs. Besonders das Jäger- und Sammlerverhalten der Steinzeit-menschen steckt auch heute noch in unseren Wurzeln. Es wird vermutet, dass sich unsere Ahnen in der Savanne aufgerichtet haben, um ihre Umgebung bei der Nahrungssuche besser ablaufen und das Wild jagen zu können. Mit der Aufrichtung und dem sich daraus ergebendem Laufen begann die anatomische Entwicklung unserer Spezie. Im Laufe der Zeit wurden wir zu wahren Laufspezialisten, die jedem Tier durch unser einzigartiges Ausdauertalent und Kühlsystem überlegen sind. Unsere Ahnen machten sich dies zu nutzen. Sie liefen der Beute stundenlang bis sie müde und langsamer wurde hinterher . Auch heute gibt es noch Völker (Kohisan im südlichen Afrika), die ihre Beute mit dieser Hetzjagd erlegen.
Wie Sie sehen, wurde das Laufen nicht zum Vergnügen bzw. zur Gewichtsreduktion betrieben. Vielmehr diente es dem Überleben. Unsere Ahnen kannten demgegenüber auch keine Hightech-Schuhe mit ausgetüfftelten Dämpfungssystemen. Nein, sie liefen barfuß. Warum neigen wir dazu, unserem Körper, der noch auf Jagd und Sammlerverhalten geeicht ist, seine natürlichen Funktionen zu entreißen?
(Quelle:Planet Wissen)
Laufen in der Gegenwart
Die Lebensumstände speziell im letzten Jahrhundert haben sich drastisch gewandelt, so dass die Anforderungen des Alltags anders ausfallen als früher. Genetisch gesehen befinden wir uns immer noch auf Augenhöhe mit dem Steinzeitmenschen. Unser Alltag jedoch entwickelt sich schneller als unsere evolutionäre Veränderung.
Anthropologische Studien verdeutlichen, dass das Genom der Jäger und Sammler auf Sparsamkeit und Bewegung selektiert wurde. Der Energieverbrauch und die Energiezufuhr der Jäger und Sammler betrug ca. 3000 kcal pro Tag. Davon wurden allein 1000 kcal durch Bewegung verausgabt. Demgegenüber verbraucht der Mensch der Gegenwart, ausgestattet mit einem Sparsamkeits- und Bewegungs-Genom, durch Bewegung nur ca. 300 kcal/Tag. Gleichzeitig beträgt die Energiezufuhr des heutigen Menschen immer noch ca. 3000 kcal. Die Folgen dieser von Döring et al. (2006) beschriebenen Genomfalle sind bekannt: Zivilisationsschäden wie Diabetes Typ II, Myokardinfarkte, Hypertonie, Atheriosklerose, Rückenschmerzen bis hin zu orthopädischen Schäden.
Was für unsere Ahnen selbstverständlich war, ist heute längst nicht mehr die Normalität. Wir laufen immer weniger und unser Bewegungsapparat schwächt ab. Aus diesem Grund müssen wir das Laufen zum Teil neu lernen.
(Quelle: Döring 2006)
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